img-L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MzkzNjE4MjhfNjMyMDJfTS5qcGcuMzUxMDA5MzYuanBn-L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MzkzNjE4MjhfNjMyMDJfTS5qcGcuMzUxMDA5MzguanBn.jpg

Neugierige Besucher der Sternwarte lassen sich das Sonnenteleskop erklären – nur theoretisch, denn leider bedecken Wolken den Himmel. Foto: Wolfgang Bartels

 

Allgemeine Zeitung: Bad Kreuznach 22.11.2017

Leoniden locken viele Besucher zur Sternwarte auf den Bad Kreuznacher Kuhberg

Von Wolfgang Bartels

BAD KREUZNACH - „Wir warten auf die Leoniden – noch bis Ende November“, erklärt Reinhold Frey, der am großen Teleskop der Sternwarte Bad Kreuznach steht und sich den Besucherfragen am Tag der offenen Tür stellt. Doch das mit dem Sternschnuppenschwarm der Leoniden wird schwierig: Erstens ist der Himmel bedeckt – das Schicksalswetter der Astronomen. Und zweitens sieht man die in Sekundenbruchteilen am Himmel entlang schießenden Meteore ohnehin besser mit dem bloßen Auge als mit einem Fernglas oder Teleskop. Reinhold Frey verspricht seinen Besuchern für die nächsten Tage bis zu zwanzig Sternschnuppen pro Stunde am Nachthimmel – wenn das Wetter mitspielt und die Wolken die Sicht freigeben.

Endlich schuldenfrei und für Ausbau gerüstet

Im Laufe der Jahre hat sich auf dem Kuhberg neben dem alten Schloss Rheingrafenstein eine der größten und bestausgestatteten Sternwarten im weiten Umkreis entwickelt, die von einem Verein betrieben wird und nicht von der öffentlichen Hand oder einem wissenschaftlichen Institut betrieben wird. Bernd Peerdeman, der Erste Vorsitzende, begrüßt die Besucher mit einem guten Gefühl: „Wir sind jetzt endlich schuldenfrei. Alle Kredite zum Aufbau der Sternwarte seit 1986 sind getilgt. Für den Verein ist das ein Riesenschritt. Alle Einnahmen können wir jetzt in den weiteren Ausbau unserer Geräte und Gebäude investieren.“ Bereits in diesem Sommer wurde das Vortragsgebäude barrierefrei hergerichtet und mit einem neuen Beamer ausgerüstet. Draußen im Garten liegt eine Kuppel: „Das gibt bis zum Sommer 2018 unsere vierte Sternwarte.“ Rund vierzig Mitglieder hat der Sternwartenverein zurzeit. Dazu Peerdeman: „Endlich gibt es mehr Zulauf als Abgänge.“ Die Hobby-Astronomen spüren, dass sich das Interesse an den Vorgängen im Weltall verstärkt hat.

Im Vortragsraum ist ein großer Tisch mit historischer Literatur, zum Beispiel den alten Kosmos-Schriften über den Sternenhimmel, aber auch mit aktuellen Büchern und Zeitschriften aufgebaut. Daneben finden sich allerlei astronomische Geräte, die von den anwesenden Mitgliedern sachkundig erklärt werden. Eine Arbeitsgruppe informiert über das Basteln von Raketen, das vor allem bei Kindern im Sommer immer wieder auf Begeisterung stößt: Aus Pappe werden durchaus flugfähige Raketenmodelle gebastelt. 

Draußen zeigt Reinhold Frey den neugierigen Besuchern das neue H-Alpha-Sonnenteleskop, mit dem sich Sonnenflecken beobachten lassen – wenn die Wolken einen Durchblick erlauben. Bernd Peerdeman hat nach alle den Jahren auf der Sternwarte seine Begeisterung noch lange nicht verloren: „Das Universum – das ist das Spannendste, was es gibt.“